Luyện nghe tiếng Đức qua Youtube - Luật sư tại Đức
24 tháng 4, 2025
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Hallo Leute, wir sind heute in München und wir stehen gerade vor der Kanzlei eines befreundeten Anwalts. Wir wollen euch heute nämlich mal zeigen, wie so ein typisches Leben aussieht von einem Anwalt in Deutschland und wie so eine typische Anwaltskanzlei aussieht. Wir gehen mal rein.
Oh, ich glaub, wir können rein.
Hier ist die Kanzlei. Ich war auch noch nie hier.
Ach, hallo Jochen, hi! - Carina, hallo!
Na? Herzlich Willkommen. - Mensch, wie siehst… Wie siehst du denn aus? Du hast ja gar keinen Anzug an. - Ja nee, nee hab’ ich nicht. - Also nee, so können wir das nicht machen Jochen. Wir machen das noch mal. Wir kommen noch mal rein, ja?
Ich klingel mal. Ach. - Guten Tag, Frau Mandantin. Darf ich Sie hereinbitten? - Ja, sehr gerne. Guten Tag, Herr Anwalt. - Guten Tag.
Ja, wir freuen uns ja, dass du uns heute eingeladen hast, Jochen. - Ja, sehr gerne. Ist mir eine Ehre. - Ja? Kannst du uns mal so `n bisschen deine Kanzlei zeigen? - Ja natürlich. Also hier sind unsere Büros, hier ist mein Büro. - Ah. - Ja genau, hier sind die Besuchertoiletten, wobei… Besucher haben wir nicht so viele. Hier machen wir’s uns gemütlich. Hier ist unsere Küche. Hier ist ein Besprechungsraum. - Ah ja. - Ja, da sitzen wir auch zusammen, wenn wir Mittag essen und ähm hier ist unsere Bibliothek. Und das war’s. - Mhm. - Ja. Hast du was anderes erwartet? - Joa ich dachte jetzt so, ich seh’ so… wie ne? … wie in den Filmen, wie in den Anwaltsfilmen, so ‘ne riesige Kanzlei mit Aktenschränken… Marmorboden… - Ja, also wie du siehst, das sind halt Klischees, mit denen können wir hier nicht so richtig dienen. - Ja. - Ja. - Das heißt, den Anzug hast du jetzt auch normalerweise nicht an. - Normalerweise nicht, nee. Normalerweise trag’ ich Hoodie. Soll ich wieder den Hoodie anziehen? - Ja. - Ja? - Machen wir das. - Dann machen wir das so.
Ah, da bist du ja wieder Jochen. - Ja. - Hallo. - So siehst du normalerweise aus in deinem Job? - Fast immer, ja. Normalerweise arbeiten wir hier, wie in ‘nem ganz normalen Büro und da können wir auch anziehen, was wir wollen. - Ah, ist das also nur ein Vorurteil, dass Anwälte immer… gerne Anwälte… so Anzüge tragen? - Ich würd’ sagen Vorurteil ist es nicht. Die meisten machen das schon sehr gerne. - Also wenn du dich mit anderen Anwälten triffst, dann ist das schon so zum Mittagessen… du kommst so und die kommen im Anzug? - Ja, schon häufig so, ja. - Ja? - Ja. - Und kannst du uns mal erzählen… also ihr habt hier quasi so eure eigene Kanzlei. Wie sehen denn so verschiedene Kanzleien aus? Weil so das, was man aus den Filmen kennt, sieht ja doch schon anders aus, ne? - Ja die Kanzlei, die man aus den Filmen kennt, ist entweder die normale Privatpraxis für Privatmandanten, ja, ähm, wo einfach ein starker Besucherverkehr auch ist. Und dann gibt’s natürlich die schicke Großkanzlei, große Wirtschaftskanzlei, wie man sie so aus Serien kennt wie Suits ja, ähm und ähm da muss natürlich einfach alles total strahlen ja. Das äh, da geht’s viel um Reputation und auch so um Eitelkeiten unter Kollegen und so weiter und da ist Anzug natürlich auch Pflicht, auch wenn manchmal keine Mandanten kommen für Monate.
Jochen, was mich jetzt interessieren würde, was gibt es denn überhaupt für verschiedene Arten von Anwälten und was bist du für einer? - Ja also es gibt natürlich verschiedene fachliche Spezialisierungen, also es gibt… Natürlich gibt’s Generalisten, ja, die einfach alles machen und behaupten, alles zu können. Manche können vielleicht auch sogar alles. Ähm die meisten Anwälte heutzutage sind aber fachlich spezialisiert, also, wir sind zum Beispiel spezialisiert auf’s IT- und Datenschutzrecht. Wir sind auch ein bisschen im Medienrecht unterwegs. Ähm… und es gibt aber auch andere Spezialisierungen, so die bekanntesten sind ähm ja Strafrecht, äh Arbeitsrecht, Familienrecht zum Beispiel.
Ah ja Jochen, wir sind ja ein Sprachlernkanal und was mich jetzt besonders interessieren würde, ist die Juristensprache. Da gibt’s ja sogar ein eigenes Wort für. Ähm, das ist ja kompliziert oder? - Ja ähm, ich glaub’ so kompliziert ist es eigentlich gar nicht. - Nee? - Nee ähm, nur es gibt halt diese, diese Anwaltstradition und die Anwälte müssen sich ja irgendwie vom Volk abheben, ja? - Ist das so? Ist das der Grund, warum ihr so komisch sprecht? - Ich glaube, der wahre Grund ist es schon, ja. Es gibt schon manchmal ähm… ja Dinge, wo, wo Juristendeutsch einen gewissen Sinn hat, ja, wo einfach… wo es um Begriffspräzesion geht, aber ähm häufig ist es Standesdünkel, muss man sagen. - Standesdünkel, ein sehr interessantes Wort. Kannst du das bitte beschreiben für unsere Zuschauer? - Äh wegen geringen Selbstwertgefühls müssen äh… muss ein Berufsstand sich wichtiger machen, als er wirklich ist. - Oh, da hast du aber gerade… gegen deine ganzen Anwaltskollegen geschossen, oder? - Ja, das ist nicht persönlich gemeint.
Äh Jochen, wir machen ja jetzt mal so ‘ne kleine Kurzfragerunde. - Ok. - Anwälte tendieren ja auch dazu, sehr lange Antworten zu geben. - Absolut. - Du nicht. - Ähm, manchmal. - Und äh ich stell’ jetzt immer ‘ne Frage und du hast ein Wort oder maximal einen Satz zum Antworten. - Ok. - Bist du bereit? - Ja.
Wie lange musstest du studieren, um Juristendeutsch zu verstehen? - Um Juristendeutsch zu verstehen nicht lange, um Jurist zu werden, ziemlich lange.
Wie viel Prozent deiner Mandanten duzt du? - Puuh, hmm… ungefähr 50%. - Das ist ungewöhnlich, oder? - Hmm, ich glaub’ schon, ja.
Wie oft bist du vor Gericht? - Boah… nicht oft. Zwei, dreimal im Jahr. - Ach echt? - Ja.
Was ist das größte Missverständnis zwischen Juristen und “normalen” Menschen? - Puuh… dass Juristen schlauer sind?
Und jetzt: Was ist das unwahrste Klischee über Juristen? - Puuh… dass wir nicht menschlich sind? - Mmhh…
Würdest du gerne einmal Donald Trump… nee von Donald Trump verklagt werden? - Nein.
Wie oft trägst du einen Anzug bei der Arbeit? - Puuh… alle zwei, drei Wochen.
Wie viel Tage pro Woche verbringst du mit Golf spielen? - Gar keine mehr inzwischen. - Nicht mehr? - Nee, ich hab’ mal ein bisschen gespielt, aber ich hab’ keine Zeit im Moment. Familie… - Stimmt das Klischee, dass Anwälte viel Zeit mit Golf spielen verbringen? - Ich denke nicht, nee.
Und letzte Frage: Bereust du es mittlerweile, uns eingeladen zu haben? - Nein.
Das muss man noch dazu sagen: Wir haben zufällig so ‘ne E-Mail geschrieben und dann äh schrieb Jochen: “Ja, wollt ihr nicht mal, ‘ne Episode über langweilige Anwälte in München drehen?” - Ja. - Und da hab ich gesagt: “Klar, wir kommen vorbei.” Und wir sind tatsächlich deswegen jetzt hier. Bist du überrascht? - Super. Nöö, sowas mag ich immer gerne. -
Ja Jochen, Thema “Juristendeutsch”, ne? Da will ich ja noch mal nachhaken. Kannst du… hast du mal so ‘n paar Beispiele für uns, wie eigentlich so ‘n Juristendeutsch klingt? - Ja, also… ein paar Beispiele habe ich aus meiner eigenen Praxis. Ähm ich hatte mal ‘ne Auseinandersetzung mit ‘nem anderen Anwalt, der hat besonders äh… ja, hat einen besonders starken Hang zu blumigen Juristenformulierungen gehabt. Ja, äh, ich kann mal ein Beispiel vorlesen. - Ja bitte, mach das doch mal. - Ich mach einfach mal einen Satz, den er hier schreibt, der auch schon drei Zeilen lang ist, also ähm… “Im Hinblick auf die von Ihnen in Erwägung gezogene einvernehmliche Lösung erschien es förderlich, eine detaillierte Stellungnahme zu Ihrer Darstellung der Sach- und Rechtslage zunächst zurückzustellen, insoweit möge die Mitteilung genügen, dass die diesseitige Beurteilung unverändert geblieben ist.” - Ich versteh’ nichts. - Ich muss sagen, ich auch nicht. - Kannst du das mal übersetzen für ‘nen… also das… erst mal viel Spaß an Ben, der jetzt dafür die englischen Untertitel machen muss, aber wie sieht’s denn aus auf Deutsch? Kannst du das noch mal in Juristendeutsch - Hochdeutsch übersetzen? - Meine Meinung zu ihrem Einigungsvorschlag hat sich nicht geändert. - Ach ok. - Genau. - Geht doch. - Ja danke, hat lange gebraucht, ja. -
Ach warte mal, ich hab’ ja noch eine Sache hab’ ich hier noch zufällig liegen sehen: “111 Gründe, Anwälte zu hassen.” - Hab ich nicht geschrieben. - Aber offensichtlich gelesen! - Ja, teilweise. - Warum liest man sowas? - Ach, aus Sympathie. - Mit dem Autor? - Ja. - Und gab’s darin irgendwas… irgend ‘nen guten Grund von den 111 Gründen ? - Ähm, ja die sind… die meisten sind ziemlich gut, ja. Also… es geht viel halt um Anwaltsklischees ähm, ‘ne ganz schöne Auseinandersetzung mit Anwaltsklischees. - Was sind denn die Top 3 Klischees gegenüber Anwälten? - Puuh, vielleicht… verdienen zu viel? - Stimmt das? - Äh, manche vielleicht schon. Ja, der Anzug, bestimmt ja. - Habt ihr eigentlich, hast du auch so Klamotten? Äh so… es gibt doch so Richterklamotten, nee nicht Richter, sondern so vor Gericht trägt man doch so spezielle Klamotten nochmal. - Roben, ja! - Dienstkleidung! Hast du ‘ne richtige Dienstkleidung? - Ich hab ‘ne Robe, ja. So sieht das dann aus. - Ja sehr gut, so gehst du also zu Gericht? - Nee nicht ganz, also ähm… - Kapuzenhoodie und dann die Robe da drüber. - Nee das geht nicht, also vor Gericht ähm… wenn ich die Robe tragen muss, dann muss ich auch ‘nen Anzug drunter tragen mit Krawatte, ja. - Echt? - Ja genau. - Was passiert sonst? - (Dann) werd’ ich rausgeschmissen.
Was ist das dritte? - Dass sie alle extrem konservativ sind. - Stimmt das? - Die meisten schon, ja. - Ja? - Ja, find’ ich schon. Also… ist schon (ein) sehr konservativer Menschenschlag. - Das heißt, konservative Menschen werden Anwälte oder Anwälte… Menschen, die Jura studiert haben, werden dadurch konservativ? - Ersteres.
Hallo Leute, das war unsere Episode Easy German “Beim Anwalt”. Hallo Jochen, wie ist die Luft hier oben? - Cari, gut, super, alles super. - Wir haben uns sehr gefreut, dass wir heute bei dir zu Gast sein durften. - Ja, die Freude ist ganz auf meiner Seite. - … einem sehr untypischen Anwalt hier in München. - Ach ja… - Und wenn ihr jetzt ‘nen Kommentar habt, dann würd’ uns das sehr interessieren. Und zwar würd’ uns interessieren, einmal, gibt es in euren Ländern auch solche Klischees über Anwälte, wie die, über die wir heute gesprochen haben? Und zweitens, gibt es bei euch auch so ‘ne verrückte Juristensprache oder ist das ein typisch deutsches Phänomen? Würd’ mich auch interessieren. Und schreibt uns das doch mal in die Kommentare und vielleicht haben wir ja auch ein paar Anwälte, die zusehen. Wir freuen uns sehr auf eure Antworten.
Und wenn ihr noch Übungen sehen wollt, zu dieser Episode und zum Juristendeutsch, dann könnt ihr hier unten Patreon werden. Ich verabschiede mich jetzt von dir. - Carina. - Dankeschön Jochen. - Dankeschön. - Und ähm… ja viel Spaß noch, wir sehen uns vor Gericht. - Machen wir. Ciao. - Tschüss.
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